Die Sache mit dem Plastiksackerl

Als heranwachsende Jugendliche, und in der Zeit, als ich meinen ersten Hausstand gegründet habe, gab's ein paar Sachen, die ich "urcool" fand. Darunter die Szenen in amerikanischen Filmen, wo Frauen (oder selten auch Männer) ihren Einkauf in Papiertüten heimgetragen haben (Papiertüten ohne Henkel). Das habe ich mit modern, intellektuell und einem gewissen finanziellen Wohlstand verbunden. So wollte ich auch sein!
Tatsache: diese Sicht auf die Welt hat mich bis heute nicht verlassen. Das finde ich noch immer "cool". Darum finde ich auch die Plastiksackerl-Diskussion im Moment so spannend.
Kunden sprechen mich öfter darauf an - nachdem Italien die Plastiksackerl verbannt hat - ob wir wohl in Österreich auch soweit kommen. Der englische Guardian hat die Diskussion  ebenfalls aufgegriffen.
Der Film "Plastic Planet" hat uns frustrierenderweise ja mit allen möglichen Fakten zum Thema Plastik versorgt. U.a. mit der Tatsache, dass Plastik gute 450 Jahre Abbauzeit hat.
Was ich nicht ganz verstehe: wozu braucht man zum Einkaufen im Supermarkt überhaupt ein Plastiksackerl? Ich habe Unmengen von Stofftragetaschen zu Hause. Und sonst gibt's eigentlich meistens herumstehende leere Schachteln. Besonders, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Menschheit sowieso mit dem Auto einkaufen fährt.
Anders ist es schon wieder bei den Geschäften im Markt. Ich bräuchte beim Hosen-, Schuhe-, oder sonstigen Einkauf auch kein Plastik am Sackerl. Geschäfte, die mich mit Papiertüten versorgen - und da bin ich wieder ganz heranwachsende Jugendliche - finde ich noch immer mega-cool!